Geschäftsbericht 2013

Risiko- und Chancen-Management-System.

Risikofrüherkennungssystem
Chancenidentifikation

Als einer der weltweit führenden Anbieter von Telekommunikation und Informationstechnologie sind wir zahlreichen Unsicherheiten und Veränderungen ausgesetzt. Um in diesem nach wie vor volatilen Umfeld erfolgreich zu agieren, müssen wir mögliche Entwicklungen frühzeitig antizipieren und daraus resultierende Risiken systematisch erfassen, bewerten und steuern. Ebenso wichtig ist es, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Ein funktionsfähiges Risiko- und Chancen-Management-System ist daher zentrales Element einer wertorientierten Unternehmensführung.

Neben der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit resultiert das Erfordernis eines Risiko-Management-Systems auch aus Vorschriften und gesetzlichen Regelungen (z.B. dem § 91 Abs. 2 Aktiengesetz (AktG) und dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), mit dem die Vorschriften der 8. (wie die der 4. und 7.) EU-Richtlinie in nationales Recht überführt wurden). Im Rahmen des BilMoG hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risiko-Management-Systems zu überwachen.

Unser konzernweites Risiko- und Chancen-Management-System erfasst alle externen, strategischen, operativen, finanziellen und Reputations-Risiken und Chancen unserer vollkonsolidierten Unternehmen. Ziel ist es, diese frühzeitig zu erkennen, zu überwachen und entsprechend des angestrebten Risikoprofils zu steuern.

Wir orientieren uns an einem etablierten Regelprozess (siehe grafik 51). Nach der Identifikation von Risiken und Chancen erfolgt die weitergehende Analyse bzw. Bewertung. Die Auswirkungen von Risiken und Chancen werden dabei nicht miteinander verrechnet. Im Anschluss erfolgt eine Entscheidung bezüglich der konkreten Handhabung (z.B. Risikoverminderung/Chancenergreifung). Der damit verbundene Maßnahmenplan wird von den jeweiligen Risikoeignern implementiert, überwacht und bewertet. Alle Schritte werden immer wieder durchlaufen und entsprechend den aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen angepasst.

Das Risiko- und Chancen-Management-System der Deutschen Telekom orientiert sich am weltweit gültigen Standard zum Thema Risiko-Management der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Die Norm ISO 31.000 „Risk management – Principles and guidelines“ gilt als Leitfaden für ein international anerkanntes Risiko-Management-System.

Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gemäß § 317 Abs. 4 HGB, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem und steht im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex.

Darüber hinaus gibt unser Konzern-Controlling eine Reihe von konzernweiten Leitfäden bzw. Verfahren für die Planung/Budgetierung, die betriebswirtschaftliche Steuerung und das Reporting von Investitionen und Projekten vor. Dieser Leitfaden gewährleistet die erforderliche Transparenz im Investitionsprozess und die Durchgängigkeit von Investitionsplanungen und -entscheidungen in unserem Konzern und in unseren operativen Segmenten. Außerdem gibt er eine Entscheidungsunterstützung für den Vorstand und den Vorstandsausschuss „Investitionen“. Im Rahmen dieses Prozesses erfolgt auch eine systematische Identifikation strategischer Chancen und Risiken.

G 51
Das Risiko- und Chancen-Management-System.
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Das Risiko- und Chancen-Management-System